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Garcia Morenos Tod in Sarnen

Das Kollegium Sarnen blickt auf eine reiche Geschichte als Bildungsstätte zurück. Nach der 1841 erfolgten Klosterauflösung des Klosters Muri im Kanton Aargau übernahmen Muri-Patres im November 1841 die Führung der bereits seit dem 16. Jahrhundert bestehenden Schule. Unterrichtet wurden am Kollegium Sarnen bis zum Schuljahr 1969/70 ausschliesslich Knaben. Neben den klassischen Schulfächern, wie Latein oder Mathematik, gehörten auch regelmässige Theateraufführungen zum Bildungsangebot der Schule. Gab es bereits seit dem 16. Jahrhundert einzelne belegte Theateraufführungen, so wurden ab 1843 von den Schülern regelmässig szenische Theaterstücke geprobt und öffentlich aufgeführt. Eine Tradition, die bis heute fortgeführt wird.

Dabei schafften es in Sarnen auch exotisch anmutende Stoffe auf die Bühne. Im Bild zu sehen ist ein 1888 inszeniertes Theaterstück mit dem Titel "García Morenos Tod". Gabriel García Moreno war ein konservativ-katholischer Politiker und Präsident Ecuadors, der 1875 unmittelbar nach seiner Wiederwahl als Präsident ermordet wurde. Seine konservativ-katholische Gesinnung sowie eine 1884 auf Deutsch erschienene Biografie dürften ihm in Sarnen auf die Bühne verholfen haben.

Quelle


Staatsarchiv Obwalden

StiA--K3.4.4.1.4: Foto zur Theateraufführung " García Morenos Tod" 1888


Weitere Informationen

  • Rast, P. Adelhelm: Die Theateraufführungen am Kollegium Sarnen 1843-1986, in: Sarner Kollegi-Chronik, Bd. 4, 1986.

  • Steiner, Martin; Peter, Thomas: Kollegi Sarnen. Die Geschichte, Sarnen 2011