Geh-Schichten aus dem Archiv

Von der Wiege bis zur Bahre

"Von der Wiege bis zur Bahre nichts als Formulare" – so lautet eine deutsche Redensart. Tatsächlich reicht die Erfassung von Geburten, Eheschliessungen und Todesfällen in Obwalden bis ins 16. Jahrhundert zurück. Es waren zunächst die Kirchgemeinden, die auf päpstlichen Erlass hin Kirchenbücher anlegten und darin bis zur Einführung staatlicher Zivilstandsämter 1876 entsprechende Informationen sammelten. Ein Beispiel ist das hier abgebildete Taufregister der katholischen Kirchgemeinde Sarnen, in dem, chronologisch nach Datum der Taufe geordnet, der Name des getauften Kindes, die Namen der Eltern sowie die Namen der Taufpaten festgehalten wurden. In der letzten Spalte wurde zudem notiert, ob es sich bei dem Kind aus Sicht der Kirche um ein legitimes (eheliches) oder illegitimes (uneheliches) Kind handelte – eine kleine Notiz, die weitreichende Konsequenzen für den sozialen Stand insbesondere der Mutter und des Kindes hatte. Die Kirchenbücher sind eine wertvolle Quelle für die Familienforschung, aber auch für die Geschichte des Kantons überhaupt, gehören sie doch zu den ältesten Quellen, in denen systematisch Informationen über die hier lebenden Menschen festgehalten sind. Sie geben uns nicht nur Aufschluss über Familien und ihre Netzwerke, sondern können auch genutzt werden, um etwa die Entwicklung von Lebenserwartungen und Kindersterblichkeit zu berechnen.

Quelle


Staatsarchiv Obwalden

P.0122.07: Kirchenbuch der Kirchgemeinde Sarnen mit Taufen 1640-1759, Eheschliessungen 1640-1712 und Todesfällen 1640-1711


Weitere Informationen

Thema Familienforschung auf der Webseite des Staatsarchivs Obwalden www.staatsarchiv.ow.ch